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Posaunenchor musiziert königlich

Herbstkonzert des Posaunenchors Eislingen in der Lutherkirche

27.11.2013 - Jens Kocher

 

In der vollbesetzten Lutherkirche Eislingen fand am 17. November 2013 das Herbstkonzert des Posaunenchors des Evangelischen Jugendwerks unter der Themenvorgabe „King’s brass“ statt. Der Posaunenchor vermochte es insbesondere mit den zeitgenössischen Stücken das Publikum nicht nur gut zu unterhalten, sondern richtiggehend zu begeistern. Auch war es dem Chor gelungen, Zuhörer über den Eislinger Kreis hinaus zu gewinnen. „So eine Musik habe ich noch nicht in der Kirche gehört“ war das Resümee manches Auswärtigen, der den Posaunenchor Eislingen noch nicht bei Gottesdiensten und sonstigen Anlässen erlebt hatte.

Wie jedes Jahr stellt der Eislinger Posaunenchor sein Herbstkonzert im November unter ein als lockere Vorgabe verstandenes Motto, dieses Jahr war es „King’s brass“. Das ist Englisch und bedeutet wörtlich übersetzt „königliches Blech“. Mit „brass“ werden freilich im Englischen nach der verwandten Messinglegierung die Blechblasinstrumente bezeichnet. Trompete, Posaune, Tuba und Horn, es sind dies die Instrumente, die im Posaunenchor gespielt werden.

Dirigent Stefan Renfftlen hat es jedoch nicht nur bei den Blechbläsern belassen, der 27 Bläser starke Chor wurde ergänzt durch L. Stübler an den Keyboards, Benjamin Cecconi am Schlagzeug und Dorothee Tremba an den Pauken. Im Eislinger Posaunenchor waren drei Jungbläser mit dabei, die mitwirkten, die Unterstimmen wurden im Hinblick auf den ausgeglichenen Klang um wenige Gastbläser aus Schlat und Albershausen verstärkt.

Die Musikauswahl umfasste Blechbläsermusik aus vergangenen Epochen, zeitgenössische Kirchenmusik und auch zeitgenössische Unterhaltungsmusik. Im ersten Block kamen Liedstücke zur Aufführung, die den König im Liedtitel haben. Im zweiten Block war es die Musik für Könige, Musikarrangements, die eigens für Fürstenhöfe und insbesondere Königshäuser geschaffen wurden, den früheren Magneten künstlerischer und insoweit auch musikalischer Tätigkeit.

Einer dieser Könige, der englische König Heinrich der VIII., betätigte sich sogar als Komponist, die anderen Kompositionen von Königen stammen freilich nur von den Namensträgern „König“. Der letzte Block vor der Pause waren die anderen „Könige“, der „King of Rock“, der „King of Pop“, der „König von Deutschland“ und schließlich der „King of the Road“. Nach der Pause wurde die Themenvorgabe weiter verstanden, es kamen die „Anverwandten“, die in irgendeiner königlichen Beziehung standen, den Schluss bildete freilich mit dem „wahren König“ eine zeitgenössische kirchenmusikalische Bearbeitung eines ursprünglich jüdischen Liedes.

All diese Informationen zu den Hintergründen der ausgewählten Stücke und deren Komponisten sowie auch einfach nur Anekdotisches blieben dem Publikum nicht vorenthalten, denn Pfarrerin Kathinka Korn führte als „Hausherrin“ gekonnt sicher und souverän durch das Programm und erläuterte zum Verständnis des Publikums die jeweiligen Musikstücke und die „königlichen Anklänge“. Zum Thema passend steuerte sie auch noch einen Buchauszug über einen literarisch verewigten „König im Asyl“ bei. Kathinka Korn erläuterte auch, wie die Melodie des Deutschlandlieds in das Programm gekommen war, die ursprüngliche Komposition war von Haydn Kaiser Franz gewidmet, der damals freilich in der Habsburger Doppelmonarchie König von Ungarn war. Frau Korn wusste auch zu berichten, dass es ausweislich einer wenig bekannten Stelle in der Bibel König David war, der in einer Art religiöser Trance enthemmt zur Musik tanzte.

Ganz zur allgemeinen Verzückung des Publikums konnte der Posaunenchor insbesondere mit den flott und schmissig vorgetragenen mehr oder minder zeitgenössischen Stücken unterhalten, dem „Jailhouse Rock“, „King of the Road“ und dem „König von Deutschland“. Nach der Pause kamen noch „Die Prinzen“ und „Der König der Löwen“ musikalisch zu Wort, die nachhaltig das Publikum begeisterten. In besagter Pause gab es für das Publikum die Möglichkeit, sich die Beine zu vertreten und mit Getränken zu erfrischen und selbstverständlich auch mit den Bläsern ins Gespräch zu kommen. Dem Posaunenchor und seinem Dirigenten Stefan Renfftlen ist der Kontakt zum Publikum als auch zu den Eislinger Gemeinden stets wichtig, weshalb im Rahmen der Zugabe die Bläser gemeinsam mit dem Publikum einen Kanon sangen.

Den Aufführenden wie auch den beteiligten Akteuren und insbesondere den Bläsern hat es riesig Spaß gemacht, in einer vollbesetzten Kirche zu musizieren. Der tolle Erfolg und die vielen Komplimente nach dem Konzert sind Ansporn für den Posaunenchor und seinen Dirigenten, für das nächste Jahr aufs Neue ein buntes Programm zusammenzustellen, das Jung und Alt gleichermaßen anspricht und zu begeistern vermag. In ihren Schlussworten verwies Pfarrerin Kathinka Korn schon auf den Termin im nächsten Jahr. Den Ausklang für die Bläserfamilie, wie sich die Bläser des Posaunenchors und ihre Freunde und Angehörigen zusammenfassend nennen, bildete dann nach dem Aufräumen das gemeinsame Zusammensitzen im Lutherkirchen-Gemeindehaus. Ein kleiner Kreis von Bläsern sang dem Dirigenten Stefan Renfflen zur Mitternacht noch anlässlich seines Wiegenfestes.